La Perle
Donnerstag, 27. Juni 2013
Probably they wont!
Heute war der erste Tag an dem ich wirklich etwas mit den Truthähnen zu tun hatte. Wir haben ca. 2000 verladen, sodass sie nun weiter verarbeitet werden können.
Schon beim Frühstück musste ich mir viel über diese gefährlichen Tiere anhören. Die witzigste Aussage von Cornelius war "If they want, they can kill you - probably they won´t!" (Wenn sie wollen, können sich dich umbringen - wahrscheinlich wollen sie es nicht!). Ich wusste nicht wirklich, was nun auf mich zukommt und ob diese Tiere wirklich so aggressiv sind. Es kamen noch vier weitere Personen, um beim Verladen zu helfen.
Im Stall angekommen, merkte ich schnell, dass es eigentlich ein ganz einfacher Job ist, der sogar Spaß macht, weil man so viel erzählen kann. Doch stinken Truthähne wirklich furchtbar doll - das ist unvorstellbar. Mit Maske und einer Folie bewaffnet gingen wir in den Stall und trieben die Tiere ganz langsam und behutsam in den Container. Manchmal sind sie hochgeflattert, doch als aggressiv und böswillig würde ich diese Tiere nicht bezeichnen. Möglicherweise liegt es aber auch an der guten Haltung hier. Nach drei Stunden waren wir dann endlich fertig und haben alle gemeinsam noch Sandwiches gegessen.

Doch bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass Truthähne nun wirklich nicht meine Lieblingstiere sind. Sie sind allerdings nicht so laut, wie alle in Deutschland immer gesagt haben und außerhalb des Stalles riecht man sie auch garnicht so doll. Beim Haus ist es still und angenehm.

Turkeys verladen.
PS: Sie haben mich nicht getötet!

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Mittwoch, 26. Juni 2013
Du bist ja nicht aus der Welt...
...aber mehr als 8000 km von allem Vertrauten entfernt.

Vor genau einer Woche bin ich hier angekommen. Ein neuer Lebensabschnitt hat begonnen und ich bin begeistert, wie anders alles ist. Abgesehen davon, dass ich allein an meinem rechten Fuß 67 Mückenstiche habe und meine Englischkenntnisse einfach nicht die besten sind, komm ich hier sehr gut klar. Ich habe eine neue Familie geschenkt bekommen, ein Pferd und ein Jahr voller neuer Eindrücke.
Zuhause habe ich immer gejammert, wie wenig Zeit ich doch habe. Doch hier, hier hab ich wirklich keine Zeit mehr. Meine Arbeitszeit ist recht gering, eigentlich nur von 8:30 - 12:30, doch folgen danach noch weitere Sachen, wie Geschirr spülen (sie haben wirklich keinen Geschirrspüler und das bei 6 Personen), die Arbeit mit den Pferden und manchmal steht auch Nachmittags für mich die Farmarbeit an. Schon in der letzten Woche habe ich viel gemacht, ich habe einen Zaun gebaut, Möbel abgeholt, gelernt einen Traktor zu fahren, ein 5 Fuß tiefes Loch gebuddelt und viele Kleinigkeiten.

Momentan schlafe ich mit Jeannine (der jüngsten Tochter) in einer urigen Hütte direkt am See. Wenn Abigail ihr Kind bekommen hat, wird sie in ein eigenes Haus ziehen und ich kann in ihrem Zimmer im Haus wohnen.

Ich habe noch nie eine Familie kennen gelernt, die so gesund und natürlich lebt. Wir fahren höchstens einmal die Woche einkaufen - Großeinkauf von allem, was man nicht alleine herstellen oder züchten kann. Brot, Joghurt und alles wird selbst gemacht, es gibt einen riesigen Gemüsegarten und Fleisch wird nur aus der eigenen Produktion, oder vielleicht mal ein Steak vom Nachbarn verwendet. Auch die Milch kommt direkt von der Kuh und wird weiter verarbeitet, das Wasser wird gefiltert und es gibt keine Süßigkeiten, oder Fanta, oder sonst was, was man in Deutschland immer isst. Heute waren wir einkaufen und ich war geschockt. Ich dachte Kanada ist billiger als Deutschland, aber da hab ich mich wohl getäuscht, allerdings kauft die Familie Brandt auch nur Organic Sachen. Ein Shampoo kostet dort mal eben glatte 8 Euro - wenn ich wieder komme, bin ich arm! Und auch das Obst ist wahnsinnig teuer :) Aber das Essen schmeckt dafür umso besser. Ich habe nie solch ein Essen gegessen - es ist wunderbar.

Auch wenn ich manches Mal Heimweh habe und auch schon daran gedacht habe, einfach einen Rückflug zu buchen um wieder in meinem Bett liegen zu können, denke ich, dass dies eine Erfahrung fürs Leben ist und ich unbedingt bleiben sollte!

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Donnerstag, 20. Juni 2013
Angekommen.
Nach viel Chaos auf dem Flughafen bin ich nun doch noch angekommen.

Schon am Hamburger Flughafen konnte ich keine Board-karte für den Flug von Frankfurt nach Calgary bekommen. So musste ich in Frankfurt erst raus, um mir eine neue Board-karte zu holen. Was sich auch als schwierig darstellte, da ich nicht am Automaten einchecken konnte, weil ich keinen Rückflug nach Deutschland habe. Um mich allerdings an der langen Economy Class Schlange an zustellen hatte ich nicht genügend Zeit. So habe ich bei der First Class nachgefragt, wo ich zuerst doof angeschaut wurde, sie mir dann aber doch geholfen haben. Nach einigem Hin und Her, ob ich denn ohne Rückflug überhaupt einreisen darf, habe ich meine Board-karte bekommen und mich riesig beeilt und wieder musste ich 20 Minuten an der Schlange anstehen. Vorne angekommen, musste ich mir dann erst einmal anhören, dass ich zu spät dran sei. Auf dem 10 Stündigen Flug saß ich im Mittelgang neben einem sehr nettem, älterem, deutsch Ehepaar, welches nun mit einem Wohnmobil durch Kanada weiter reist.
Da der Flug von Frankfurt nach Calgary schon eine halbe Stunde Verspätung hatte, war ich beim Aussteigen etwas im Stress, wie ich es nur schaffen soll in einer Stunde mein Gepäck zu holen, wieder ein zuchecken und im nächsten Flugzeug zu landen. Am Zoll sagte man mir dann, dass ich zu allererst zur Immigration gehen muss, da ich sonst garnicht aus der Halle herauskomme. Dort stand ich dann eineinhalb Stunden an und hatte mein Flugzeug verpasst. Nach einigem Gerenne und Gestammel habe ich dann endlich einen neuen Flug nach Winnipeg bekommen und kam dann nach insgesamt 22 Stunden Flug endlich an.
Ganz herzlich wurde ich abgeholt und konnte nach weiteren zwei Stunden Fahrt dann auch endlich in ein Bett.

Heute morgen war ich um 8 Uhr schon wach. Nach einem ausgiebigem Frühstück wurde mir der Hof gezeigt, wir fuhren auf die umliegenden Farmen der Kinder und bestaunten die Tiere. Nachdem wir auch "mein" Pferd angeschaut hatten, welches momentan noch nicht hier auf dem Hof steht, sind wir wieder zurück gefahren und waren im Fluss baden. Dann gab es leckeres Mittag und nun ist meine Gastfamilie wieder nach Winnipeg gefahren - zum Klavierunterricht. ;)

Wenn ich aus meinem Fenster schaue, sehe ich genau das!

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Dienstag, 18. Juni 2013
Ist Aufregung wirklich keine Krankheit, an der man sterben kann?!
Gleich geht es nun los. Nachdem ich diese Nacht so gut wie garnicht geschlafen habe, ist mir nun auch noch furchtbar schlecht!

Morgen früh werde ich in Kanada bei einer wildfremden Familie sein, aber "du packst das schon" höre ich immer wieder.

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Samstag, 25. Mai 2013
Wie alles entstand.
Eigentlich wollte ich Grundschullehramt studieren, wenn ich mein Abitur habe. Doch wurde mir davon immer wieder abgeraten. Ich habe keine Lust mich nach der Schule gleich wieder in ein Studium zu stürzen und wieder büffeln zu müssen. Ich will einmal was ganz anderes machen.
Da wir Bekannte in den USA haben und es dort die Möglichkeit gab auf einer Pferderanch mit zu arbeiten, kam ich auf den Geschmack doch ein Jahr ins Ausland zu gehen. Nach vielem hin und her und nachdem ich immer noch nichts aus den Staaten gehört hatte, machte ich mich nun selbst auf die Suche nach einer anderen Farm. Da es in den USA für einen Abiturienten so gut wie unmöglich ist, ein Visum zu bekommen, habe ich mich also für Kanada entschieden. Ich habe bei Google Farmen gesucht, doch stellte sich das als wesentlich schwieriger heraus, als ich dachte. Durch einen Westernreitlehrer kam ich auf die Idee doch einmal nach Parelli Instruktoren zu schauen. Nach 100ten von Mails und vielen Absagen kam ich dann zu der Familie Brandt, die sofort sagte: "Ja klar, komm doch vorbei".
Nachdem ich unzählige Dokumente besorgt hatte, mich in einen IEC Programm um ein Young Professionals Visum (da es leider keine Work and Travel Visas mehr gab) beworben hatte und nun endlich über das CIC Programm eine Arbeitsgenehmigung bekommen habe, konnte ich meinen Flug buchen.

Am 18.06 werde ich in das Flugzeug nach Frankfurt steigen, von dort aus geht es dann weiter nach Calgary. Nach ca. 19 Stunden Flug werde ich in Winnipeg landen und dort hoffentlich von meiner Gastfamilie abgeholt.

Einen wirklichen Plan für das nächste Jahr gibt es noch nicht. Ich werde auf einer Truthahnfarm leben und dort mitarbeiten. Bezahlt werde ich durch ein Zimmer, Essen und Reitunterricht, so wie Parelli Lehrstunden.

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